Was machst Du eigentlich mit Deinem ganzen Geld?

Geld wächst, wenn man es lässtQuelle: Pixabay, Kris, CC0 lizenziert

Das ist doch das Thema der Minimalisten überhaupt: Brauchen wir die Dinge alle, die wir ständig kaufen? Die Antwort kennst Du. Aber ich möchte den Minimalismus einen Schritt vorher bemühen: Wieviel muss ich eigentlich verdienen? Oder noch anders: Wenn ich weniger kaufe, was mache ich dann mit dem ganzen Geld?

Ich fang bei den menschlichen Bedürfnissen mal ganz unten an: In unserer westlichen Gesellschaft hängt von der Ernährung bis zum inneren Wachstum fast alles am Geld. Ich sehe Geld als "gespeicherte Macht", Dinge zu tun. Vieles möchten wir tun, aber etliches müssen wir auch einfach tun, zum Beispiel uns gesund ernähren.

Je klarer wir uns darüber sind, was wir eigentlich wollen, desto gezielter können wir das Geld was wir haben einsetzen, um unser Ziel zu erreichen. Wir lassen einfach all das weg, was uns nicht weiter bringt. Haben wir zum Beispiel einen starken Wunsch nach Unabhängigkeit, dann können wir natürlich ein Haus kaufen und unser eigener Herr sein. Wenn wir uns dafür aber haushoch verschulden müssen, passiert vielleicht genau das Gegenteil. Wollen wir die Welt sehen, sollten wir vielleicht reisen. Aber vielleicht brauchen wir dann keine riesige Wohnung, wenn wir eh kaum zuhause sein wollen, und so weiter.

Ich schaue dann in mich rein und versuche herauszufinden, was die Dinge sind, die mir wirklich Spaß machen. Und das war gar nicht einfach, ich bin viele Dinge angegangen, von denen ich später dachte, dass es eigentlich gar nicht meine eigenen Wünsche waren.

Nun könnte es sein, dass etwas Geld übrig bleibt

Ein Beispiel: Gehen wir mal davon aus, dass Du ein junger Mensch bist, die Ausbildung ist fertig, und Du hast noch nichts geerbt oder gespart. Du arbeitest jetzt also 10 Jahre und sparst jeden Monat 80€, anstatt alles auszugeben. Bei drei Prozent Verzinsung sind das nach 10 Jahren über 11.000€. Das ist quasi Null-Verzinsung, da die Inflation ja auch noch zuschlägt.

Jetzt legst Du das gesparte Geld so an, dass Du real, also nach Steuern und Inflation, 4% Zinsen bekommst, z.B: in Dividendenaktien, auf dem Sparbuch gibt's nichts mehr:

11.000 € x 0,04 / 12 Monate = 36 € jeden Monat for free

Das Geld liegt also rum und Du hast jeden Monat Dein DSL finanziert, kannst mit einem billigen Bahn-Ticket "umsonst" durch Deutschland fahren oder drei Handy-Flatrates bezahlen. Und, ja, wenn Du gut verdienst und 800 € jeden Monat zurücklegen kannst, dann hast Du das schon in einem guten Jahr geschafft. Das ist ja unser darwinscher Vorteil als Minimalisten, dass wir vielleicht nicht alles verkonsumieren.

Man kann das auch umgekehrt rechnen: Bei 5% Verzinsung, das ist ein Zwanzigstel des eingesetzten Geldes pro Jahr. Das durch zwölf, dann hast Du Dein monatliches passives Einkommen. Also kommen besipielsweise je 240 gesparte Euro im Monat 1 Euro Rendite rum:

240 €     x 0,05 : 12 Monate = 1 €
2.400 € x 0,05 : 12 Monate = 10 €
24.000 € x 0,05 : 12 Monate = 100 €
240.000 € x 0,05 : 12 Monate = 1.000 €

Wenn etwas mehr übrig bleibt

Hätten wir 240.000 € (geerbt, gespart, erwirtschaftet), dann könnten wir schon fast davon leben. Von 300.000 € aber ganz sicher, inkl. günstiger Miete, Versicherungen und Essen. Andere kaufen sich ein Haus und anstatt Geld zu sparen und jeden Monat passives Einkommen zu haben, nehmen sie Schulden auf und zahlen jeden Monat Geld an die Bank.

Nehmen wir mal an, Du verdienst einigermaßen gut und könntest 800 € jeden Monat zurücklegen, gleicher Zinssatz, dann sind 300.000 € in nicht mal 19 Jahren erreicht. Du bist also gerade 19 und setzt Dich mit 38 Jahren zur Ruhe.

Was? Das ist zu lange? Du willst jetzt leben? Nur zu, Du musst dann nur auch alles erarbeiten. :-)

Das dauert zu lange?

Natürlich sind 19 Jahre lang. Aber ich denke, wenn wir 80 Jahre leben, dann doch auch irgendwie wieder nicht, oder? Du wärst aber nicht auf diese Seite gekommen, wenn es nicht noch besser ginge. Wie wäre es mit umsonst Leben nach 10 Jahren? Vorschläge:

Im Zweifel muss ich ja nicht gleich komplett von meinem Ersparten oder angelegten Geld leben können. Ein Zubrot ist doch auch schon ganz nett.

Inspiriert zu diesen Artikel hat mich der Blog von Mr. Money Mustache, ein Softwareentwickler, der sich mit 30 zur Ruhe gesetzt hat, und zwar mit Frau und zwei Kindern. Mir ging es so, dass ich das las und dann gedacht habe: Warum bin ich fast 50 und schaffe das nicht? Bin ich noch nicht erwachsen und lege mein Schicksal zu oft in andere Hände? Lass ich mich zu sehr vom Mainstream beeinflussen?

Mehr dazu in den nächsten Artikeln... Ich hoffe, es hat Euch soweit gefallen.

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