Die italienische Caffettiera — wunderbar einfach und ohne Müll

Die italienische CaffettieraVor fünf Jahren bezog ich meine neue Wohnung und als Kaffeeliebhaber fehlte mir eine Kaffeemaschine. Schon auf der Suche nach einem Vollautomaten oder einer Siebträgermaschine, riet mir meine italienische Freundin damals, ich solle doch einfach eine italienische Caffettiera kaufen. Meine Freundin war damals eindeutig mehr Minimalist, als ich. Wenn morgens, nach dem Aufstehen, die kleine Espressokanne auf dem Herd fauchte, hatte das einen ganz besonderen Reiz.

Welcome to the Machine

Die Zubereitung: Der untere Teil der Maschine wird mit Wasser so weit gefüllt, dass das eingesetzte Sieb nicht unter Wasser steht. Das Sieb der kleinen Maschine wird mit italienischem Espresso gefüllt und der obere Teil der Kanne fest aufgeschraubt. Wird das Wasser nun erhitzt, entsteht Dampfdruck, der das heiße Wasser durch das Kaffeesieb in den oberen Teil presst. Ein kleiner Teil Wasser verbleibt immer im unteren Teil, damit sich die Kanne nicht überhitzt.

Ist der Kaffee ausgetrunken, wird die Maschine wieder aufgeschraubt, der Kaffeesatz entfernt und alles gereinigt. Einfacher geht es nicht: Keine Pads, kein Kapselmüll, der Kaffeesatz kommt einfach auf den Kompost. Nicht einmal Filter braucht man. Das einzige, was nach einiger Zeit einmal ausgetauscht werden muss, ist die hitzebeständige Gummidichtung. Aber auch die hält Jahre.

Ich empfehle eine Caffettiera aus Edelstahl, auch wenn es nicht ganz so traditionell aussieht, da Aluminium oxidiert. Egal, ob es nun gesundheitsschädlich ist oder einfach nicht so ästhetisch, ich würde es lieber vermeiden.

Was ist cool daran?

Mit der kleinen Maschine im Gepäck und einem Paket Espresso, hat man seine Kaffeemaschine überall dabei, auch im Urlaub. Das kleine Ding hält ewig und schont die Umwelt, weil es erst gar keinen Müll produziert, der anfallende Kaffeesatz wandert einfach wieder zurück in den Kreislauf der Natur. Statt also teure Kapseln zu kaufen, sollte man sich lieber einen gesunden Bio-Espresso ohne Schadstoffe oder Schimmelsporen gönnen, da ist das Geld besser verwendet.

Große Kaffeevollautomaten und auch Siebträgermaschinen habe fragile Plastikteile, die leicht kaputt gehen können. Sie habe ein Mahlwerk, was nicht ewig hält, sie müssen mehr oder weniger aufwändig gereinigt werden, oder sogar zur Inspektion eingesendet werden. Ebenso müssen sie regelmäßig entkalkt werden, was unter Umständen giftige Stoffe freisetzt. Bei der kleinen Caffettiera ist Entkalken kaum nötig. Und wenn man nicht mit dem Auto drüber fährt, geht sie auch kaum kaputt.

Der Kaffee aus der Caffettiera hat zwar nicht eine solche Crema, wie aus einer großen Espressomaschine mit mehr Druck, aber durch die stärkere Röstung des Espresso-Mehls, enthält der Kaffee weniger Säure, als Filterkaffee, und wird dadurch bekömmlicher. Entgegen der landläufigen Meinung enthält Espresso übrigens mehr Koffein, als Filterkaffee, allerdings soll der morgentliche Kaffee ja beleben und die getrunkene Menge ist in der Regel auch kleiner. Und auch nach dem Mittagessen tut ein kleiner Espresso gut, oder?

Wer es noch minimalistischer braucht, für den bleibt nur das Tee-Ei. 😉

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