Souveräne Geldanlagestrategie für Minimalisten und Digital Nomads

Du bist oft unterwegs und hast wenig Zeit, Dich um Deine Finanzen zu kümmern? Und Du willst  trotzdem eine Rendite erzielen, die mehr ist, als die momentane schlechte Verzinsung bei der Bank? Dann ist vielleicht das hier vorgestellte Verfahren etwas für Dich.

Mehrwert, oder was?

Egal, wie man Geld investiert, wenn es kein Raubzug ist, kommt die Rendite im Endeffekt immer vom Mehrwert, der erwirtschaftet wird. Kriegt das Geld die Bank, legt sie es an, nimmt ihren Teil und gibt Dir den Rest als Zinsen. Investierst Du Dein Geld in Dein eigenes Business, kriegst Du alles, was dabei rum kommt, abzüglich Steuern, wie immer. Kaufst Du eine Immobilie und vermietest diese, bekommst Du die Miete, musst aber die Immobilie auch instand halten, Du bist dann eine Art Mini-Unternehmen. Investierst Du Dein Geld in Aktien, gehört Dir ein Teil eines Unternehmens und entsprechend anteilig profitierst Du auch vom Mehrwert, den das Unternehmen erwirtschaftet.

Egal, was Du tust: Solange Du die Scheine nicht ausgibst oder nur unters Kopfkissen legst, alles landet in irgendeiner Form in einem Unternehmen und jeder Mehrwert wird auch nur dort erwirtschaftet. Unterschiede gibt es aber beim Risiko. Gibst Du das Geld einer Bank, zahlt diese Dir Zinsen, weil sie kompetenter ist als Du und das Geld optimaler anlegen kann. Wäre es umgekehrt, würdest Du Dein Geld ja nicht einer Bank geben, oder?

Selber kompetent werden

Warum also nicht einfach selber kompetent werden und den vollen Mehrwert bzw. die Rendite für Dich selbst behalten? Spricht irgendetwas prinzipiell dagegen? Ich denke nicht. Aber das kommt nicht von selbst, Du musst diese Kompetenz natürlich erst einmal aufbauen, genau, wie bei allem anderen.

Ich selbst habe mich lange Zeit überhaupt nicht für Geldanlagen interessiert. Ich habe gearbeitet und meine Frau hat unsere Einkünfte verwaltet. Dabei stand eher Gelderhalt im Vordergrund. Nach unserer Trennung habe ich mich dann selbst damit beschäftigt. Ich habe andere Prioritäten gesetzt und überlegt, wie man Geld optimal anlegen kann, das heißt mit maximaler Rendite. Und es war wie magisch: Kaum habe ich mich damit beschäftigt und mein Wissen verprobt, schon haben sich meine Geldanlagen viel besser entwickelt, als zuvor. Klar, ein anderer Fokus.

Wenn Du glaubst, Du kannst nicht, was ich kann, dann bloß nicht weiter lesen!

Der Wille und der Mut sind die Basis dafür, dass sich etwas entwickeln kann. Ich habe gelesen, dass nur 14% aller Deutschen überhaupt Aktien hätten, während es in Irland ca. die Hälfte aller Menschen ist. Von einem eigenen Business ganz zu schweigen. Jeder muss wissen, was er tut.

Geldanlage für Minimalisten? Aktien!

Wie fange ich also an mit einer Geldanlage, die auf gute Rendite ausgerichtet ist? Ich habe mich für Aktien entschieden. Der Gund für meine Entscheidung ist:

Wenn Du wenig Geld hast, kannst Du zum Beispiel zunächst in einen Aktien-Indexfond investieren, einen sogenannten ETF. Das macht am wenigsten Arbeit und ein Fond ist Sondervermögen, gehört also nicht der Bank.

Diese Vorgehensweie eignet sich auf jeden Fall, um zunächst Kapital anzusammeln.

Geldanlage für Hardcore-Minimalisten

Das Ziel meiner persönlichen Strategie ist absolut minimalistisch:

Strategie

Ich bin also das Thema angegangen und habe gelernt. Ich habe zum Beispiel geschaut, welche Anlagestrategien für die letzten Jahrzehnte inkl. aller Crashs die besten Ergebnisse geliefert haben. Dabei sind alle Strategien ausgeschieden, für welche ich käufliches "Geheimwissen" oder einen extrem hohen Arbeitsaufwand gebraucht hätte. Gelandet bin ich bei der Zauberformel von Joel Greenblatt, die am besten beim DIY-Investor beschrieben ist. Lest das vom DIY Investor, das ist bester Stoff! Überhaupt kann ich den Blog von Axel wärmstens empfehlen. Er schreibt:

Übernimm die Kontrolle über deine Investments und werde finanziell unabhängig

Wie weit man wirklich unabhängig wird, das hängt sicher davon ab, wie die eigenen finanziellen Möglichkeiten sind. Für mich ist es auf jeden Fall ein gutes Gefühl selber zu verstehen, was ich mache und warum. Und zu sehen, dass es auch funktioniert, das beflügelt auch.

Die Zauberformel von Joel Greenblatt

Die Zauberformel von Joel Greenblatt in Kürze

Wenn Du Aktien kaufen möchtest, willst Du vermutlich Aktien kaufen von Unternehmen, die effektiv sind, also mit möglichst wenig Kapital möglichst viel Gewinn machen (Kapitalrendite). Und Du willst Aktien von Unternehmen kaufen, die einen möglichst hohen Gewinn bei einem möglichst günstigen Kaufpreis erwirtschaften (Gewinnrendite). Also auf Deutsch:

Du willst Anteile von effektiven Unternehmen günstig einkaufen

Die Zauberformel hat bei allen von mir betrachteten Aktienanlagestrategien den enormen Vorteil, dass Du Dich komplett auf Informationen zu Kurs und Bilanzkennzahlen verlassen kannst, die auf jedem Finanzportal zur Verfügung stehen. Andere Strategien, wie zum Beispiel die auch sehr gute Anlage nach Levermann, bedeuten deutlich mehr Aufwand. Da ich ein minimalistisch-einfaches Leben anstrebe, ist das nichts für mich. Ein zweiter Vorteil ist, dass Du Dich nur einmal im Jahr um Deine Finanzen kümmern musst. Gesparte Zeit ist immer gut.

Das Buch von Susan Levemann kann ich zwecks Verständnis von Finanzkennzahlen auf jeden Fall trotzdem empfehlen, es ist toll gemacht. Es erklärt alles Wesentliche, vor allem zur Bilanz von Unternehmen und zwar auch so, dass jeder es versteht.

Meine Aktienanlagen

Hier als Beispiel die Wertsteigerung meiner Aktien, gekauft Anfang 2017 (ich bin auch noch Anfänger) mit den prozentualen Wertsteigerungen bis Mitte Juni 2017, wobei die Kosten für den Kauf und für das Depot nicht berücksichtigt sind. Zwei Aktien davon sind allerdings nicht nach der Zauberformel gekauft, sondern einfach so: Aktien-Renditen 2017

Das schlechteste Drittel liegt aktuell auf dem Niveau eines Sparbuches. Das mittlere Drittel bei 4 %, das beste Drittel bei ca. 15%. Aber nicht alle Aktien wurden im Januar angeschafft, einige wesentlich später. Und außerdem ist erst ein knappes halbes Jahr vergangen.

Zu der Wertsteigerung kommt noch die ausgeschüttete Dividende. Das waren bisher auch nochmal 1% im Schnitt. Das Jahr ist zwar noch nicht um, aber die meisten Firmen europäischer Herkunft haben schon ausgeschüttet, das meiste wird durch sein.

Momentan laufen Aktien als Geldanlage wirklich gut. Das ist natürlich nicht immer so. Es kann auch mal nach unten gehen. Wie würde sich das für Dich anfühlen? Würdest Du vertrauen, dass es später wieder aufwärts geht? Würdest Du vielleicht gerade dann noch etwas mehr investieren? Kannst Du das überhaupt durchstehen? Ist halt nur was für Hardcore-Minimalisten. ;-)

Aber Aktien können doch auch mal crashen?

Ja. Aktien können das, Staaten können das, Geldhäuser können das, Lebensversicherungen können das. No Risk, no Fun, oder?

Übrigens: Wusstest Du, dass Geld auf Deinem Girokonto gar nicht Dir gehört, sondern der Bank? Denn Du hast es der Bank geliehen/anvertraut. Crasht das Geldinstitut, bleibt nur noch die gesetzliche Einlagensicherung. Wollen wir mal raten, was übrig bleibt in einer echten Krise?

Aktien sind Unternehmensanteile, die Dir gehören. Unternehmen können in einer argen Krise auch Pleite gehen, aber so lange sie das nicht tun, sind es immer noch arbeitsfähige Unternehmen, die einen Mehrwert schaffen können. Wenn Du Dir einen Eindruck verschaffen möchtest, wie sich Deutsche oder Europäische Aktien in den letzten Jahrzehnten trotz aller Crashs entwickelt haben, dann schau dir mal das Renditedreieck vom Deutschen Aktien Institut an. Dann wird klar, dass es langfristig kaum eine vergleichbare Anlage gibt.

Fazit

Das hier ist keine Anlageberatung, siehe dazu auch mein Impressum! Es ist nur interessant für Leute, die sich für das Schicksal ihres Ersparten interessieren. Was Du mit Deinem Geld tust, entscheidest Du selbst. Meine Erfahrung ist, dass aus Kompetenz Sicherheit folgt und daraus folgt Tat. Es geht also nichts darüber, sich selbst um seine Angelegenheiten zu kümmern. Wie schön, wenn die Dinge dann einigermaßen schlank und minimalistisch daher kommen.

Vielleicht hat mein Artikel Dir den ein oder anderen neuen Gedanken mitgeben können, wenn es um Dein Geld geht. Wenn ja, würde es mich freuen. Wenn er Dich inspiriert hat, Deine Finanzen mehr selbst in die Hand zu nehmen, so wie ich mich auch habe inspirieren lassen, dann um so besser. Sich mit seinen materiellen Angelegenheiten wirklich zu beschäftigen und einen eigenen souveränen Weg zu finden, der sich gut anfühlt und der passt, das ist das Ziel, egal, wie der Weg für Dich aussieht. Weg aus der Unmündigkeit, rein in die Verantwortung.

Weiterer Lesestoff

Hier wieder oben erwähnte und ausgesuchte Links zum Thema: